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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Mehr älterer Wald

Es gibt immer mehr Waldfläche mit alten Bäumen. Der Wald ist im Durchschnitt heute 77 Jahre alt und gegenüber 2002 damit viereinhalb Jahre älter.

Im Durchschnitt am ältesten sind Eichen mit 102, Buchen mit 100 und Tannen mit 96 Jahren. Die Douglasie ist mit im Mittel 45 Jahren die „jüngste“ Baumart.

Knapp ein Viertel des Waldes (24 %) ist älter als 100 Jahre, 14 % sogar älter als 120 Jahre. Die Fläche der Altbestände über 100 Jahre ist gegenüber 2002 um 393.000 Hektar gestiegen.

Die Altersstruktur des Waldes in Deutschland ist durch die umfangreichen Wiederaufforstungen nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt. Nie wieder mussten in Deutschland so viele Waldflächen neu aufgeforstet werden wie in den 1950er- und 1960er-Jahren. Diese sind jetzt zwischen 40 und 60 Jahre alt.

Es gibt immer mehr dicke Bäume im Wald. Diese dicken, alten Bäume können in besonderem Maße zur biologischen Vielfalt beitragen, denn sie verfügen häufiger als junge Bäume über besondere Mikrohabitate wie z. B. Grobborke, Kronentotholz oder Spechthöhlen. Viele seltene Arten sind darauf angewiesen. Zudem sind alte Bäume ein attraktiver Blickfang für Waldbesucher.

Für die Forst- und Holzwirtschaft stellen dicke Bäume zunehmend eine Herausforderungen dar. Moderne Säge- und Profilspanerwerke haben sich auf die Verarbeitung von kleinen und mittelstarken Baumstämmen konzentriert. Sie können aus diesen Stämmen qualitativ hochwertige Holzwerkstoffe beinahe beliebiger Dimension erzeugen. Dicke Bäume werden daher immer weniger nachgefragt.

Bleiben dicke Bäume bis zum Zerfall im Wald, erhöhen sich entlang von Straßen, Parkplätzen und Wanderwegen im Wald Haftungsrisiken aus der Verkehrssicherungspflicht und Gefahren für die Arbeit im Wald. Zudem können sich aus den gesetzlichen Vorgaben zum Schutz seltener Arten an solchen Bäumen u. U. Einschränkungen für die Bewirtschaftung ergeben.

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