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Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Überblick über das Rohholzpotenzial – Privatwald als wesentliche Rohstoffquelle

WEHAM weist für die Jahre 2013 bis 2052 ein mittleres potenzielles Rohholzaufkommen von 77,7 Mio. m³/a oder 7,0 m³/ha*a im Hauptbestand aus.

Die Holzartengruppe Fichte trägt zum Rohholzpotenzial am stärksten bei (44 %), gefolgt von den Holzartengruppen Buche (29 %), Kiefer (20 %) und Eiche (8 %) (s. Abbildung 6).

Das Rohholzpotenzial sinkt nach den ersten zehn Jahren um gut 10 % ab und bleibt danach in Höhe und Baumartenanteilen weitgehend konstant. Diese Entwicklung ist z. T. ein modellbedingter Effekt. Die durch die Bundeswaldinventur 2012 erhobenen Strukturen an den Stichproben treffen zum Start der Simulation auf für durchschnittliche Verhältnisse abgeleitete Modelleinstellungen. Dies bedingt Anpassungsprozesse. Anders als der Trend der anderen Baumarten verdoppelt lediglich die Douglasie annähernd ihr Rohholzpotenzial von 1,7 Mio. m³/a auf 3,2 Mio. m³/a, allerdings bei einem kleinen Anteil von durchschnittlich 3 % am gesamten Rohholzpotenzial.

Bei den Laubbäumen mit hoher Lebensdauer sinkt das Rohholzpotenzial um gut ein Drittel, bei den Laubbäumen mit niedriger Lebensdauer um fast ein Drittel bei einem Anteil von je 6 % am Rohholzpotenzial aller Baumarten.

Besonders produktiv sind Fichte und die von der Fläche gering vertretene Douglasie und Tanne. Sie haben hohe Potenziale an Volumenleistung je Hektar und hohe Stammholzanteile. Der Privatwald hat für die Rohholzversorgung eine große Bedeutung, allein schon dadurch, dass er die flächenmäßig größte Eigentumsart in Deutschland ist. Sein Anteil am Potenzial ist allerdings noch etwas größer als sein Flächenanteil. Der Privatwald hat am Rohholzpotenzial einen Anteil von 51 % bei einem Flächenanteil von 49 %. Bezogen auf den Hektar liegt er damit bei 106 % des Durchschnitts aller Waldflächen, der Staatswald - Land bei 93 % und der Kommunalwald bei 100 %.

 

Damit verschieben sich die Gewichte im Vergleich zu WEHAM 2002 leicht vom Staatswald zum Privatwald. Allerdings ist die Mobilisierung des Potenzials im Kleinprivatwald aufwändig (siehe).

Die Länder verzichten in ihrem Staatswald offensichtlich auf Nutzung, was aus der Fläche mit Nutzungsverzicht und den Steuergrößen für die Waldbehandlung ersichtlich ist.

Auf das Stammholz entfallen im Mittel des Projektionszeitraums über drei Viertel des Rohholzpotenzials. Das Sortierungsmodell weist im Vergleich zu den tatsächlichen Nutzungen einen höheren Stammholzanteil aus, da durch die BWI keine Holzqualitäten erfasst werden und das Sortierungsmodell ausschließlich nach Holzdimension sortiert.

 

Zudem wird das Holz in der forstlichen Praxis nach dem Bedarf der Holzkäufer ausgehalten. Die Stammholzanteile liegen bei den Nadelbaumarten über 80 %, bei den Laubbaumarten unter 60 %. Energieholz als eigenes Sortiment wird nicht dargestellt, da letztlich alle Biomasse unabhängig von Qualität und Dimension verbrannt werden kann.

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