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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Nadelwälder

Deutschland wäre natürlicher Weise von Laubwald bedeckt und in den meisten Naturräumen spielen Nadelbäume von Natur aus keine Rolle, doch bieten Sonderstandorte, höhere Gebirgslagen und nordöstliche Randgebiete ihnen eine ökologische Nische.

Allgemein gilt: Je kontinentaler das Klima oder je kürzer die Vegetationsperiode ist, desto stärker kommen bei vergleichbaren Klima- und Bodenbedingungen die Nadelbäume zum Zuge. Je basenärmer die Böden sind und besonders je nasser der Boden (z.B. Moore und Hochgebirgslagen) ist, desto größer ist bei vergleichbarem Klima die Rolle von Kiefer und Fichte. Je trockener der Boden ist, desto leichter hat es die Kiefer sich gegen konkurrierende Baumarten durchzusetzen.

Unter den oben skizzierten Bedingungen werden Buchenwälder ersetzt durch:

  • Tannen-Mischwälder - In der submontan-montanen Stufe der Mittelgebirge und der Alpen nimmt in der Baumschicht die Vorherrschaft der Weißtanne zu, im kontinentalen Bereich treten Fichte und Waldkiefer dazu. Auf Silikat- und Kalkstandorten wachsen artenreiche Tannenwälder, in mehr subkontinental geprägten Gebirgen werden artenärmere bodensaure Fichten-Tannenwälder unterschieden.
  • Fichtenwälder - In montanen bis subalpinen kontinentalen Bereichen der Mittelgebirge und Alpen wachsen geschlossene Bestände von Hochlagen- Fichtenwäldern. Mit längerer Vegetationsperiode, abnehmender Winterkälte, geringerer Dauer und Höhe der Schneedecke und in unteren Gebirgslagen bis ins Flachland finden sich nur noch inselartig Fichtenvorkommen dort, wo Lokalklima und Boden der Fichte das Vorkommen ermöglichen. Die Fichte wurde in den letzten zwei Jahrhunderten stark gefördert und wächst heute häufig auf potenziellen Standorten von Tannen-, Buchen- und Buchenmischwäldern.
  • Kiefernwälder - Auf subkontinentalen Standorten mit basen- und nährstoffarmen, trockenen Sandböden oder auf Grund- und Stauwasser beeinflussten Standorten wachsen Zwergstrauch- oder moosreiche Kiefernwälder. Die Waldkiefer eignete sich für die Aufforstung der nach Heidenutzung stark degradierten Böden. Die daraus entstandenen Kiefernwälder sind schwer zu unterscheiden von den natürlichen Sandkiefernwäldern, die heute auch in der nordwestdeutschen Tiefebene häufig auf potenziellen Standorten bodensauerer Eichen- und Eichen-Buchenwälder wachsen.
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