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Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Fläche − Konstanz unterstellt

Von der Waldfläche Deutschlands von 11,4 Mio. ha gehen 10,6 Mio. ha in die Modellierung ein. Diese Fläche bleibt im Projektionszeitraum unverändert.

Auch die Waldflächen-Anteile der Länder an der Waldfläche in Deutschland bleiben unverändert und entsprechen denen der BWI 2012. Ein geringer Teil der Waldfläche ist wegen Geländehindernissen (Wasser, Gebirge) nicht begehbar. Diese Waldfläche fällt aus der Modellierung heraus, da hier keine Informationen über Baumarten und Alter vorhanden sind und damit die Startwerte für das Modell fehlen. Weiterhin ausgeschlossen wird der sogenannte Nichtholzboden. Zu ihm gehören Flächen wie Waldwege, Holzlagerplätze oder Wildwiesen. Auf diesen Flächen wird voraussichtlich auch zukünftig kein Holz produziert.

Waldflächen, die aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend nicht bestockt sind, nennt man Blößen. Sie entstehen bei der Holzernte oder durch Kalamitäten. Für die Modellierung wird vereinfachend angenommen, dass die Blößenfläche im Projektionszeitraum unverändert bleibt. Auch im Bestand können kleine Flächen ohne Bäume vorkommen. Diese Flächen, in der Summe 220.000 ha, bezeichnet die BWI als Lücke. Auch die Lücken bleiben unverändert baumlos im Projektionszeitraum und daher im Modell unberücksichtigt.

Die flächenmäßig größte Eigentumsart ist mit 49 % der Privatwald. Er verteilt sich auf schätzungsweise rund 2 Mio. Eigentümer. Fast ein Viertel des deutschen Waldes ist Privatwald kleiner 20 ha. Allein schon durch ihre große Anzahl sind die Kleinprivatwaldeigentümer eine wichtige, allerdings in Struktur und Marktverhalten heterogene und zudem teilweise schwer erreichbare Gruppe. Der Kleinprivatwald hat mit 28 % des Vorrats etwa den gleichen Vorratsanteil wie der Landeswald. Der Kleinprivatwald verfügt damit über ein großes Rohholzpotenzial. Die Mobilisierbarkeit des Rohholzpotenzials ist aber schwer abzuschätzen, denn gerade Kleinprivatwaldeigentümer unterscheiden sich stark in ihrem Bewirtschaftungsinteresse und der Nutzungsintensität ihrer Wälder. Zudem stehen einer Mobilisierung von Holz im Kleinprivatwald einige Gründe entgegen: Wegen der geringen Waldfläche erntet der einzelne Eigentümer meist nur geringe Holzmengen, so dass er nur unwesentliche Erträge erwirtschaftet.

Durchforstungen werden häufig verspätet oder gar nicht durchgeführt. Die Holznutzung dient häufig der Eigenversorgung mit z.B. Brennholz. Durch Erbfolge und durch zunehmende Urbanisierung der Waldeigentümer sinkt deren Verbundenheit mit Grund und Boden. Die Kenntnisse über die Waldbewirtschaftung und die technischen Voraussetzungen für die Holzernte nehmen ab. Deswegen sind für die Holzmobilisierung im Kleinprivatwald besondere Anstrengungen erforderlich.

Den Selbsthilfeorganisationen der Waldbesitzer (z.B. Forstbetriebsgemeinschaften nach § 16 Bundeswaldgesetz) kommt eine zunehmend wichtige Rolle zu, zum Beispiel durch Angebote zur Holzvermarktung oder für Bewirtschaftungsverträge. Bund und Länder haben die Förderung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse durch die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" gestärkt. Darüber hinaus unterstützen einige Länder den Kleinprivatwald durch weitere Initiativen.

Die Baumartenanteile der WEHAM entsprechen denen der BWI 2012.

WEHAM modelliert bei der Verjüngung keinen Baumartenwechsel. Ein Stichprobenpunkt wird nach simulierter kompletter Nutzung mit den Baumarten des Vorbestandes wieder begründet. Die Baumartenverhältnisse bleiben damit im Projektionszeitraum weitgehend gleich. Veränderungen der Baumartenzusammensetzung z.B. durch Waldumbau der Waldbesitzer hin zu mehr Mischwäldern können in WEHAM nicht modelliert werden. Lediglich durch die Nutzung und das unterschiedlich schnelle Wachstum verändern sich die Baumartenanteile im Verlauf des Projektionszeitraums geringfügig. So erhöht sich im Projektionszeitraum beispielsweise der Flächenanteil der Eiche um bis zu 3 %, während der Anteil anderer Laubbäume mit hoher Lebensdauer um bis zu 3 % zurückgeht.

Auf etwa 450.000 ha oder 4 % der Holzbodenfläche ist lt. BWI die Holznutzung nicht zulässig oder nicht zu erwarten, z.B. wegen Naturschutzauflagen oder ungünstigen Geländeeigenschaften. Für diese Flächen wird deshalb kein Rohholzpotenzial ausgewiesen. Für weitere 489.000 ha sind ebenfalls Einschränkungen in der Bewirtschaftung aus oben genannten Gründen zu erwarten. Hier wird das normalerweise simulierte Potenzial auf 1/3 oder 2/3 reduziert. Auf diesen insgesamt 940.000 ha schätzt ein Mortalitätsmodell das konkurrenzbedingte Absterben von Bäumen und damit die Entstehung von Totholz.

Der Staatswald-Land und der Staatswald-Bund haben überproportional viel Fläche mit Nutzungseinschränkungen. Dies zeigt die Vorbildfunktion dieser Eigentumsarten.

Nach der Datenerhebung zur Bundeswaldinventur sind in verschiedenen Ländern weitere Flächen aus der Nutzung genommen worden, z.B. der im Jahr 2014 eingerichtete Nationalpark Schwarzwald in Baden-Württemberg oder der im Jahr 2015 eröffnete Nationalpark Hunsrück-Hochwald in Rheinland-Pfalz. Für diese Flächen wird kein Rohholzpotenzial geschätzt.  

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