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Ausgewählte Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung 2013 bis 2052

Potenzial und BWI-Nutzung

Das durchschnittliche jährliche Potenzial der WEHAM 2012 für die ersten 15 Jahre der Simulation liegt unter dem durchschnittlichen jährlichen Einschlag der Jahre 2002 bis 2012 und ebenfalls niedriger als das Potenzial der WEHAM 2002 für die Jahre 2013 bis 2027.

Grund hierfür ist die Flächenabnahme der Baumartengruppe Fichte gegenüber 2002. Sie betrug 8 % und war häufig durch Sturmwurf und Insektenkalamitäten bedingt, aber auch forstpolitisch gewollt, um z.B. den Waldumbau zur Anpassung an den Klimawandel frühzeitig einzuleiten.

Die Fichte könnte durch den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten weitere Fläche und damit Potenzial verlieren. Dies kann im WEHAM-Basisszenario nicht abgebildet werden.

Durch die umfangreichen Aufforstungen der Nachkriegsjahre ist das Altersklassenverhältnis der Baumartengruppe Fichte stark unausgeglichen. Zwar bleibt das Rohholzpotenzial in der Summe weitgehend konstant.

Entsprechend dem steigenden Durchschnittsalter nehmen aber vor allem schwache bis mittelstarke Dimensionen ab, die starken (BHD > 50 cm) nehmen zu. Diese Entwicklung hin zu älteren, dickeren Bäumen trifft auf der Verwendungsseite auf eine Holzwirtschaft, in der sich viele Betriebe auf die Verarbeitung mittlerer und schwächerer BHD-Klassen ausgerichtet haben und sich daher auf die Verarbeitung stärkerer Dimensionen umstellen müssten.

Die Fichte hat einen Anteil von 86 % am Potenzial der Holzartengruppe der nächsten 40 Jahre, Douglasie und Tanne je 7 %. Bei der Douglasie als besonders zuwachsstarker Baumart werden modellbedingt gegen Ende des Projektionszeitraums zu über 70 % zielstarke Bäume (BHD > 50 cm) genutzt.

 

Steigende Nutzungsmöglichkeiten bei Tanne und Douglasie können den durch den Flächenverlust der Fichte bedingten Rückgang des Fichtenpotenzials nur geringfügig kompensieren.

Fast 90 % des Potenzials wird in Stammholz sortiert, entsprechend der Durchmesser-Entwicklung mit steigender Tendenz (vgl. Abbildung 9). Das ist der höchste Stammholzanteil aller Holzartengruppen.

Aus Bayern und Baden-Württemberg kommt über die Hälfte des Potenzials dieser Holzartengruppe. Dies spiegelt die große Waldfläche beider Länder, die hohen Flächenanteile und damit die Bedeutung der Fichte dort wieder (s. Abbildung 17).

 

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