Quelle BMEL/photothek.net/Thomas Köhler

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

der Wald besitzt viele Talente. Er ist Heimat für Tiere und Pflanzen, ein wichtiger Klimaschützer und Hort biologischer Vielfalt. Zudem ist er für uns ein wichtiger Rohstofflieferant. Wir benötigen Holz zum Haus- und Möbelbau, zur Energiegewinnung und für das Papier, auf dem die Informationen zur Bundeswaldinventur gedruckt sind. Der Wald ist aber auch ein Ort, der uns zur Ruhe kommen lässt, der uns Rückzugsmöglichkeiten und Erholung in einer hektischen, schnelllebigen Welt bietet. Der Wald ist daher für unser aller Leben unverzichtbar.

Deutschland ist mit 11,4 Millionen Hektar zu einem Drittel bewaldet. Die dritte Bundeswaldinventur (BWI) liefert erfreuliche Nachrichten: Unsere Waldfläche ist konstant geblieben. Es wächst mehr Holz nach, als wir nutzen. Zudem haben wir mehr davon als jedes andere Land der Europäischen Union. Der Vorrat im Wald ist trotz hoher Nutzung auf 3,7 Milliarden Kubikmeter angestiegen. 90 Milliarden alte und junge Fichten, Kiefern, Buchen, Eichen und seltenere Baumarten prägen das Gesicht des deutschen Waldes. Der Anteil der Laubbäume ist gestiegen. Die Wälder sind vielfältiger und naturnäher strukturiert. Wir finden mehr Totholz – eine wichtige Grundlage für Biodiversität.

Der gute Zustand des Waldes ist das Ergebnis waldbaulichen Handelns vieler Waldeigentümer und Förster und das Ergebnis einer Waldpolitik, die auf Balance und Nachhaltigkeit setzt und Verantwortung auf viele Schultern verteilt: Etwa die Hälfte des deutschen Waldes ist in privaten Händen. Ein Fünftel besitzen Gemeinden, Städte und andere öffentliche Körperschaften. Ein Drittel gehört den Ländern und dem Bund. Die Bundeswaldinventur zeigt aber auch Handlungsbedarf auf. Ein Beispiel ist die Fichte: Die BWI bestätigt für die Fichte als wichtigem Rohstofflieferanten der Holzwirtschaft einen Rückgang. Wir müssen nun also darüber sprechen, wie viel Fichtenwald wir brauchen und welche Alternativen zur Fichte sich angesichts des Klimawandels bieten.

Der Wald soll bestmöglich genutzt werden, ohne ihn zu überfordern. Damit das gelingt, hat die Bundesregierung die Waldstrategie 2020 entwickelt. Ziel ist es, die vielfältigen Ansprüche an den Wald zu formulieren und aufeinander abzustimmen. Nur so kann es gelingen, auch zukünftigen Generationen die Chance auf einen intakten Wald zu erhalten. Daher gilt für mich der Grundsatz "Unser Wald – nutzen und bewahren".

Die Informationen aus der Bundeswaldinventur sollen Verständnis schaffen – für Wald, Waldeigentümer und Förster. Bürgerinnen und Bürger erhalten hiermit die Möglichkeit, die Funktionen des Waldes kennen und seinen Wert schätzen zu lernen. In diesem Sinne soll die Bundeswaldinventur und deren Ergebnisdarstellung einen Beitrag zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung leisten.

Ihr

Christian Schmidt MdB

Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft