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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Wald vielfältiger aufgebaut

Wichtige Merkmale für die Strukturvielfalt eines Waldes sind seine horizontale und vertikale Struktur, d.h. seine Baumartenmischung und die Schichtung im Kronenraum.

Ein Wald, in dem verschiedene Baumarten nebeneinander und die Kronenräume mehrerer Baumschichten übereinander stehen, bietet vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Er kann zudem durch die Strukturvielfalt besser auf Umwelteinflüsse reagieren.

Wesentliches Element der horizontalen Struktur des Waldes ist die Baumartenmischung. Mischwälder prägen mit 76 % Flächenanteil den deutschen Wald. Relativ wenig gemischt sind Kiefernwald mit 57 % oder Fichtenwald mit 71 % Flächenanteil mit Mischung. Alle anderen Bestockungstypen sind stärker gemischt. Die Baumartenmischung hat sich in den letzten 10 Jahren ein wenig verstärkt. Die Fläche der Mischbestockungen ist um 5 % gestiegen.

Die Naturverjüngung ist mit 85 % Flächenanteil an der Jungbestockung die überwiegende Verjüngungsart im deutschen Wald. Pflanzungen machen nur 13 % aus. Sie finden sich vor allem in Douglasien-Bestockungen (73 % der Douglasien-Bestockungen) und in Eichen-Bestockungen (44 % der Eichen-Bestockungen). Die restliche Fläche (Saat, Stockausschlag, nicht zuzuordnen) summiert sich auf gerade mal 2 %.

Was ist ein Mischwald?

Die vertikale Struktur des Waldes wird durch die Schichtigkeit beschrieben. 68 % der Wälder sind zwei- oder mehrschichtig aufgebaut. Das sind 28 % mehr als im Jahr 2002. Auf ca. ¼ des Holzbodens findet sich Jungbestockung. Sie ist damit ein wichtiges Element der vertikalen Struktur des Waldes.

Insgesamt gibt es außerdem rund 30 Mio. Überhälter. Das sind besonders alte Bäume, die eine zweite Umtriebszeit im Wald verbleiben und deren Krone deswegen häufig über die anderen hinausragt. Sie  sind wichtige Elemente für die Waldstruktur und die biologische Vielfalt. Im Durchschnitt sind es 3 Stück je Hektar.

Am häufigsten ist ein zwei- und mehrschichtiger Aufbau bei Tannen- (84 %), Buchen- (80 %), Eichen- (78 %) und Eschenwäldern (78 %).

Seltener ist ein zwei- und mehrschichtiger Aufbau bei Douglasien- (53 %) und Fichtenwäldern (58 %).

Die größte Strukturvielfalt bieten Wälder, in denen Bäume unterschiedlicher Art und Größe gemeinsam vorkommen. Das sind häufig Buchenwälder oder Eichenwälder. Auch in den seltenen Tannenwäldern kommen oft Strukturen mit mehreren Baumarten und Schichten im Kronenraum vor. Seltener sind gemischte und geschichtete Strukturen in Fichten- und Kiefernwäldern.

Einschichtiger oder mehrschichtiger Wald

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