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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Totholz – mehr als vor zehn Jahren

Totholz gehört zum natürlichen Kreislauf im Wald. Es entsteht, wenn Bäume absterben und sich ihr Holz zersetzt.

Viele, insbesondere seltene Arten sind auf diesen Lebensraum spezialisiert. Pilze, Flechten, Insekten und Vögel leben vom oder am Totholz und finden hier Nahrung, Unterschlupf und Brutgelegenheit. Totholz ist somit ein wichtiger Faktor für die biologische Vielfalt.

Im deutschen Wald gibt es durchschnittlich 20,6 m³ Totholz pro Hektar, insgesamt 224 Mio. m³. Damit hat der Totholzvorrat 6 % des lebenden Holzvorrates erreicht. Fast die Hälfte (49 %) ist liegendes Totholz, 23 % sind stehendes Totholz und 28 % sind Wurzelstöcke. Das sind 18 % mehr totes Holz als vor 10 Jahren. Die Zunahme ist bei stehenden Bruchstücken von Nadelbäumen besonders groß.

Totholz verrottet. Es braucht eine stete Nachlieferung, um Totholz für die auf Totholz spezialisierten Arten zu erhalten. Früher wurde das meiste Totholz entnommen und für die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz genutzt. Heute strebt die nachhaltige Waldbewirtschaftung einen angemessenen Totholzanteil zum Schutz der biologischen Vielfalt aktiv an.

Jährlich ist etwa 1 m³ Holz notwendig, um einen Totholzvorrat von 20 m³ pro Hektar dauerhaft zu erhalten (Kroiher, Franz; Oehmichen, Katja (2010): Das Potenzial der Totholzakkumulation im deutschen Wald. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen = Journal forestier suisse, Band 161, Heft 5, Seiten 171-180).

Das entspricht einem Nutzungsverzicht von etwa einem Zehntel des jährlichen Zuwachses.

Etwa die Hälfte des Totholzvorrats befindet sich im Stadium der fortgeschrittenen Zersetzung oder ist stark vermodert. Fast die Hälfte (47 %) sind dicke Totholzstücke mit mindestens 30 cm Durchmesser in der Mitte.

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