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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Stammverletzungen durch Wild

Abgeschälte Rinde schafft am Baumstamm Eintrittspforten für Pilzinfektionen. Diese schwächen den Baum und entwerten das Holz.

Der untere Stammabschnitt ist dann oft nur noch als Brennholz nutzbar. Zudem sind stark vom Wild geschälte Bäume besonders bruchgefährdet. Beides kann beim Waldbesitzer erhebliche finanzielle Schäden verursachen.

Insbesondere Rotwild schält die Baumrinde, wenn es in hoher Konzentration vorkommt, beunruhigt wird oder keine andere Nahrung findet. Besonders betroffen sind Fichten. Die anderen Nadelbaumarten bilden mit zunehmendem Alter eine dicke Borke, die den Baum schützt. Deshalb gibt es bei diesen Baumarten kaum noch frische Schälschäden, wenn die Bäume dicker als 20 cm sind. Von den Laubbaumarten ist die Buche am meisten geschält, weil sie keine schützende Borke ausbildet. Eichen werden wegen ihrer gerbstoffreichen Rinde vom Wild weniger geschält.

Die Minimierung der Schälschäden ist ein wichtiges Anliegen von Waldbesitzern und Jägern. Dafür müssen Wildbestände und Nahrungsangebot zueinander passen. Zudem soll das Wild bei der Jagd möglichst wenig beunruhigt werden. Waldbesitzer können die Schälschäden reduzieren, indem sie dem Wild zielgerichtet gefällte Bäume zur Rindenaufnahme anbieten.

Jeder Waldbesucher kann seinen Beitrag leisten: Das Wild darf vor allem in der Dämmerungszeit, wenn es auf die Äsungsflächen ziehen will, nicht gestört werden. Die Suche nach abgeworfenen Geweihstangen im Frühjahr und unsachgerechtes Geocaching beunruhigen das Wild in seinen Rückzugsgebieten und können somit Schälschäden an den Bäumen provozieren.

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