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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Waldfläche – historische Entwicklung

Seit der Ausbreitung des Ackerbaus vor etwa 7000 Jahren beeinflusst der Mensch zunehmend die Wälder. Die starke Nutzung der Wälder im Mittelalter und vor der industriellen Revolution führte Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Tiefstand der Bewaldung. Kahle und wüste Flächen prägten damals die Landschaft.

Gleichzeitig stieg der Holzbedarf für die Energiegewinnung, den Bergbau, die Eisenverhüttung und die Bauwirtschaft. Zur Abwehr der drohenden Holznot formulierten Hannß Carl von Carlowitz und andere Forstleute im 18. Jahrhundert die Grundsätze der nachhaltigen Forst- und Waldwirtschaft. Im Zuge von Wald- und Landreformen, die die Nutzung vieler Wälder neu gestalteten, begannen die Forstleute aufzuforsten. Der Nutzungsdruck auf die Wälder ließ erst nach, als neue Energiequellen wie Kohle an Bedeutung gewannen und Holz nicht mehr der zentrale Brennstoff für alle Wirtschaftszweige war.

Allmählich erholten sich die Wälder und die Waldfläche nahm wieder zu. Der letzte große Aderlass an der Substanz des Waldes erfolgte im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Kriegszerstörungen, Reparationshiebe und großer Holzbedarf zum Wiederaufbau forderten ihren Tribut. Borkenkäfermassenvermehrungen zwangen zu weiteren Hieben. So entstanden große Kahlflächen. Der Wiederaufbau der Wälder ist eine bedeutende Kulturleistung. Sie war so prägend, dass sie sich damals auf der Rückseite der 50-Pfennig-Münze in Form einer eine Eiche pflanzenden Frau niedergeschlagen hat.

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