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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Hainsimsen-Buchenwald und Drahtschmielen-Buchenwald

Buchenwälder wachsen in Mitteleuropa von der planaren bis zu der hochmontanen Klimastufe auf saurem wie auf basischem Gestein.

Die h√§ufigste nat√ľrliche Waldgesellschaft Deutschlands ist der nach der Wei√üen Hainsimse (Luzula luzuloides) benannte Hainsimsen-Buchenwald mit 4,4 Mio. ha, der im H√ľgel- und Bergland verbreitet ist. Abh√§ngig von der H√∂henstufe sind neben der alles dominierenden Buche vorwiegend Eichen, in h√∂heren Lagen dagegen Wei√ütannen und Fichten an der Baumschicht beteiligt. Von den stand√∂rtlichen Bedingungen und der Artenzusammensetzung sehr √§hnlich ist der Drahtschmielen-Buchenwald (1,0 Mio. ha), der im norddeutschen Flachland w√§chst und auch als Tieflagenform des Hainsimsen-Buchenwaldes aufgefasst werden kann. Verstreut beigemischt findet sich die Eiche in dieser in Deutschland dritth√§ufigsten Waldgesellschaft.

Sie unterscheiden sich in Artenzusammensetzung und Struktur stark von den anderen Buchenwaldgesellschaften. Es handelt sich in der Optimalphase um straucharme so genannte Hallenw√§lder, in denen unter einem gleichm√§√üig hohen Kronendach der Buchen weder eine zweite Baumschicht noch eine Strauchschicht ausgebildet ist und damit einen hallenartigen Eindruck vermitteln. Durch das sehr dichte Kronendach f√§llt wenig Licht, daher ist auch die Krautschicht h√§ufig nur schwach ausgebildet. Es wachsen nur wenige s√§ureertragende Kr√§uter und Moose. Auch anhand der Tierarten gelten diese W√§lder im Vergleich zu den reicheren Buchenwaldgesellschaften als relativ artenarm. Insbesondere kalkbed√ľrftige Artengruppen, wie z.B. Geh√§useschnecken, fehlen in den bodensauren W√§ldern.

Die W√§lder wachsen auf n√§hrstoffarmem Silikatgestein (z.B. Granit, Gneis, Sandstein oder Tonschiefern) oder auf lehmigen und sandigen Ablagerungen der Eiszeiten. Bei den B√∂den handelt es sich um saure Braunerden oder Parabraunerden. Mangels Kalk im Boden fehlen Regenw√ľrmer. Da die Blattstreu somit nicht in den Mineralboden eingearbeitet wird, bildet sich auf dem Boden eine Moderauflage.

Große Flächen der bodensauren Buchenwälder sind im Laufe der Jahrhunderte in landwirtschaftliche Kultur (v.a. Acker- und Weidenutzung) genommen worden. In den letzten 200 Jahren wurden diese häufig ertragsschwachen Böden wieder mit Fichten und Kiefern aufgeforstet. Zudem wurden derartige Buchenwälder auch direkt in Nadelwälder umgewandelt. Nadelbäume wachsen auf diesen Böden zwar gut, doch sind sie u.U. gefährdet durch Sturm, Waldbrand und Insekten. Deswegen ist es Ziel der Waldpolitik von Bund und Ländern, Nadelwälder durch Einbringen von standortgerechten Laubbäumen zu stabilisieren.

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