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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Eichenwälder

Stiel- und Traubeneiche dominieren auf trocken und an nassen Standorten, die der Buche nicht zusagen. Durch die durchlässigen Eichenkronen gelangt viel Licht an den Waldboden, daher können neben den lichtbedürftigen Eichen auch andere Halbschatt- und Lichtbaumarten an der Baumschicht von Eichenwäldern beteiligt sein.

Die Strauch- und Krautschicht ist in Eichenwäldern im Vergleich zu Buchenwäldern oft reicher an Arten und Individuen. Die Grenze zwischen potenziellen Buchen- und Eichenwald-Standorten ist oft nicht eindeutig. Durch historische Waldnutzungsformen (Niederwald- und Mittelwaldwirtschaft) wurden Eichen lange gefördert, sodass heute Eichenwälder auch zahlreiche potenzielle Buchenwaldstandorte besiedeln.

Der Sternmieren-Hainbuchen-Stieleichenwald wächst auf mäßig bis gut Nährstoff versorgten Grund- und Stauwasserböden von der Ebene bis ins Hügelland. An der Baumschicht sind neben den Namen gebenden Baumarten u.a. auch Esche und Traubenkirsche beteiligt. In der artenreichen Krautschicht wachsen neben der Großen Sternmiere eine Reihe von Feuchtezeigern. Diese Waldgesellschaft steht dem Waldmeister-Buchenwald nahe.

Die folgenden Waldgesellschaften ähneln den bodensauren Buchenwäldern. Sie wachsen auf stark sauren, nährstoffarmen Böden mit einer Moder- oder Rohhumusauflage. Die Krautschicht ist meist artenarm und wird von lichtbedürftigen und säuretoleranten Waldbodenpflanzen beherrscht.

  • Der Buchen-Traubeneichenwald wächst vom norddeutschen Flachland bis in die Oberrheinebene auf Sandböden. In der Baumschicht herrschen Rotbuche und beide Eichenarten. Diese Waldgesellschaft steht den bodensauren Buchenwäldern sehr nah und wird häufig als ihre Wirtschaftsform angesehen.
  • Der Birken-Stieleichenwald ist weitgehend buchenfrei und auf besonders nährstoffarmen und degradierten Standorten zu finden. Er ist insbesondere in der norddeutschen Tiefebene verbreitet.
  • Der Birken-Traubeneichenwald hat seinen Schwerpunkt im Hügel- und Bergland an speziellen warm-trockenen Lagen. An der Baumschicht sind Traubeneiche und Buche beteiligt. Im Osten kann auch die Kiefer eine größere Rolle spielen. In der Krautschicht wachsen wärmeliebende Arten.
  • Der Preiselbeer-Eichenwald wächst im subkontinentalen Klimabereich von Ostbayern bis in das nordostdeutsche Flachland. Die Baumschicht wird von beiden Eichenarten und der Kiefer gebildet, daneben treten auch Birke, Eberesche und Aspe häufiger auf. In der Krautschicht herrschen Zwergsträucher wie die Preiselbeere und Gräser vor.
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