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Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Der Wald in Deutschland - Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es gibt für mich kaum einen Ort wie den Wald, der so wandelbar, so vielfältig ist, der uns zu jeder Tageszeit mit neuen Eindrücken überraschen kann. Daher liebe ich es, im Wald spazieren zu gehen – im Frühling, wenn die ersten Buschwindröschen den Wald weiß färben, im Sommer, wenn er Schatten spendet. Im Herbst färben ihn die Blätter bunt und im Winter verzaubern ihn Schnee und Frost.

Was wir erst auf den zweiten Blick wahrnehmen, sind die wertvollen Güter, die der Wald uns liefert: Holz, Sauerstoff, sauberes Wasser, kühle Luft, eine Atmosphäre zur Erholung und Lebensraum für unzählige Arten. Damit das so bleibt, müssen wir auf den Wald achten – und ihn nachhaltig bewirtschaften.

Und dazu müssen wir ihn kennen und erfassen. Dabei hilft die Bundeswaldinventur. Ihre dritte, derzeit aktuelle Erhebung, die in den Jahren 2011 und 2012 stattgefunden hat, gibt uns spannende Einblicke:

Die Waldfläche in Deutschland ist seit der letzten Erhebung im Jahre 2002 konstant:
Deutschland ist damit mit 11,4 Millionen Hektar zu einem Drittel bewaldet. Wir haben mehr Holz als jedes andere Land der Europäischen Union. Und obwohl wir immer mehr Holz nutzen, produzieren unsere Wälder mehr als wir brauchen: Der Vorrat im Wald ist auf 3,7 Milliarden Kubikmeter angestiegen. 90 Milliarden alte und junge Fichten, Kiefern, Buchen, Eichen und seltenere Baumarten prägen das Gesicht des deutschen Waldes. Seit der letzten Erhebung ist der Anteil der Laubbäume gestiegen. Auch sind unsere Wälder vielfältiger und naturnäher strukturiert. Wir finden mehr Totholz – eine wichtige Grundlage für Biodiversität.

Der gute Zustand des Waldes ist das Ergebnis einer guten und nachhaltigen Bewirtschaftung durch unsere Waldeigentümer und Förster. Und einer Waldpolitik, die auf Balance und Nachhaltigkeit setzt und Verantwortung auf viele Schultern verteilt: Etwa die Hälfte des deutschen Waldes ist in privaten Händen. Ein Fünftel besitzen Gemeinden, Städte und andere öffentliche Körperschaften. Ein Drittel gehört den Ländern und dem Bund.

Aber wir müssen auch handeln. Ein Beispiel ist die Fichte: Die Bundeswaldinventur zeigt, dass die Fichte, ein wichtiger Rohstofflieferant der Holzwirtschaft, vielerorts zurückgeht. Hier müssen wir uns fragen: Wieviel Fichtenwald brauchen wir und welche Alternativen zur Fichte bieten sich angesichts des Klimawandels?

Für Antworten auf diese Fragen und für eine bestmögliche Nutzung des Waldes auch in Zukunft möchte ich die Waldstrategie 2020 im Dialog mit allen am Wald Interessierten und Engagierten zu einer zentralen Leitlinie für den Wald, die Forstwirtschaft und die Holzverwendung weiterentwickeln. Die Bundeswaldinventur ist dafür die wissensbasierte Grundlage.

Mit dieser Seite will ich Menschen zusammenführen, die sich mit dem Wald beschäftigen – ob als Spaziergänger, Holznutzer, Naturschützer, Waldeigentümer oder Förster. Ich möchte Sie einladen, die Funktionen des Waldes kennen und seinen Wert schätzen zu lernen.

Viel Freude beim Lesen – und natürlich auch beim nächsten Waldbesuch wünscht Ihnen

Ihre

Julia Klöckner
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

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