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Ein wesentliches Ziel einer nationalen Waldinventur ist die Beurteilung der Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung auf nationaler Ebene. Grundlage hierfür sind die Veränderungen im Wald in der Beobachtungsperiode 1987 bis 2002. Insgesamt zeigt sich für die alten Länder ein günstiges Bild. Die Waldfläche hat geringfügig zugenommen. Die Vorräte in den Wäldern sind deutlich angestiegen. Der Zuwachs übertraf die Nutzung um 39 %. Somit sind Reserven zur Erhöhung der Holznutzung vorhanden, ohne dass die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung gefährdet wird.
Jedoch kann nicht alles, was zuwächst, auch verwertet werden. Einerseits fallen bei der Holzernte nicht verwertbare Mengen an. Andererseits ist der Zuwachs an jungen, nicht erntereifen Bäumen noch nicht verwertbar. Schließlich erfordern die Marktlage, die betriebliche Zielsetzung oder Anforderungen der Gesellschaft wie z.B. der Naturschutz, ein Belassen von Zuwachs im Wald. Der Ausnutzungsgrad des Zuwachses lag zwischen 54 % in Niedersachsen mit seinem hohen Anteil junger Wälder und 95 % in Baden-Württemberg mit seinen hohen Sturmschäden der letzten Jahrzehnte. Durch die Nutzungsverhältnisse hat sich das Durchschnittsalter der Wälder in den alten Ländern erhöht. Damit sank die Waldfläche, die verjüngt wurde, die einzelnen Bäume wurden größer. Zudem wurden die Wälder reicher an Laubbäumen. Gründe sind u.a. die Hinwendung zum naturnahen Waldbau und die sturmbedingten Verluste der Fichte. Zukünftige Untersuchungen müssen zeigen, inwieweit der Vorratsaufbau in deutschen Wäldern und das bisher ungenutzte Rohstoffpotenzial die nachhaltige Waldbewirtschaftung weiter stärkt.
Wie viel Holz in den nächsten Jahrzehnten potenziell genutzt werden kann, wird durch die Holzaufkommensmodellierung abgeschätzt. Sie wird ebenfalls noch 2004 veröffentlicht werden.
Bei der BWI nicht betrachtet wird das Risiko durch Luftverunreinigungen, die den Boden versauern und Nährstoffverluste verursachen. Diesem Risiko wird im Rahmen des forstlichen Umweltmonitorings mit speziellen Erhebungen nachgegangen. |