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Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald. Es schafft Kleinbiotope, in deren Schutz Tiere wie auch Waldpflanzen gedeihen. In Deutschland ist das Vorkommen vieler Arten an Totholz gebunden. Pilze und Insekten, insbesondere Bockkäfer nutzen Totholz als Brutraum. Aber auch für andere Arten wie Amphibien, Kleinsäuger und Vögel ist das Vorkommen von Totholz wichtig für ihr Überleben. Zersetzendes Holz versorgt den Wald mit Nährstoffen. Im Wald verbleibendes Totholz sichert die Bodenfruchtbarkeit. Totholz kann den Waldboden stabilisieren und Bodenerosionen vorbeugen.
Totholzmengen nehmen in unbewirtschafteten und überreifen Waldbeständen tendenziell zu, sind aber unter den mitteleuropäischen Bedingungen sehr ungleichmäßig verteilt. Das Totholz aus Buche und Weichlaubholz zersetzt sich im Walde innerhalb von drei Jahrzehnten, das der Eiche innerhalb von fünf Jahrzehnten. Liegendes Totholz wird deutlich schneller abgebaut als stehendes Totholz.
Bei der BWI2 wurde erstmalig Totholz - differenziert nach fünf verschiedenen Kategorien – erfasst: liegendes Totholz, stehendes Totholz (ganze Bäume), stehendes Totholz (Bruchstücke), Wurzelstöcke und Abfuhrreste. Hinsichtlich seiner Eignung als Lebensraum wird Totholz in der BWI2 außerdem nach folgenden Merkmalen unterschieden: Baumartengruppe, Größe und Zerfallsgrad.
Im deutschen Wald liegt mit 11,5 m3/ha wesentlich mehr Totholz, als bisher geschätzt wurde. Davon ist ca. ein Fünftel stehendes Totholz; ein Fünftel entfällt auf Wurzelstöcke. Zum Vergleich: Das zweite schweizerische Landesforstinventar (1993 - 1995) weist einen Totholzvorrat von 11,9 m3/ha aus, die österreichische Waldinventur 2000 - 2002 einen von 6,1 m3/ha.
Überdurchschnittlich hohe Totholzvorräte kommen im Staatswald (Land; 15,5 m3/ha) und im Körperschaftswald (13,7 m3/ha)vor; unterdurchschnittliche Mengen finden sich im Privatwald (8,4 m3/ha). Besonders große Totholzvorräte gibt es in Baden-Württemberg (19,1 m3/ha), Thüringen (17,8 m3/ha), im Saarland (16,6 m3/ha), in Rheinland-Pfalz (13,6 m3/ha) und in Bayern (12,9 m3/ha). Mögliche Einflussfaktoren für diese überdurchschnittlichen Werte sind die Stürme zu Anfang und Ende der 1990er Jahre. In Baden-Württemberg wurde nachgewiesen, dass besonders viel Totholz in Sturmschadensgebieten liegt. Aber auch Baumarten des stehenden Vorrates, die Vorratshöhe oder Intensität der Erschließung sowie die Holzmarktsituation sind Gründe für hohe Vorräte. |