Im Zeitraum 1987 bis 2002 wurden pro Jahr durchschnittlich 8,3 Vorratsfestmeter Holz je Hektar in den alten Ländern geerntet. Im Staatswald (Land; 9,4 m3/ha*a) und Körperschaftswald (9,2 m3/ha*a) wird der Wald am stärksten genutzt, gefolgt vom Privatwald mit 7,4 m3/ha*a. Beim Privatwald zeigt sich wieder der starke Unterschied der Eigentumsgrößenklassen. Die Nutzungsintensität steigt mit der Eigentumsgröße. Bei Größen über 1.000 Hektar wird die Nutzungsintensität des Staatswaldes übertroffen. Im Staatswald (Bund) hat die Nutzfunktion eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, da viele Wälder vorrangig militärischen Zwecken dienen oder an Autobahnen und Wasserstraßen stehen, daher ist die geringere Nutzung verständlich. Der Ländervergleich zeigt, dass in Baden-Württemberg die Nutzungsintensität mit 12 m3/ha*a am höchsten, in Niedersachsen mit rund 5 m3/ha*a am niedrigsten ist. Dies liegt u.a. an den unterschiedlichen Standorten, Baumarten, Altersklassen, Bewirtschaftungsstrategien und Marktverhältnissen, die entsprechend unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bedingen. Aber auch die Sturmschäden in Süddeutschland machten hohe Nutzungen notwendig, um die bereits umgeworfenen oder gebrochenen Bäume verwerten zu können.
Bei den Nadelbaumarten ist die Nutzungsmenge je Hektar mit 10 m3/ha*a größer als bei den Laubbaumarten mit 4,6 m3/ha*a. Insbesondere Fichte (rund 13 m3/ha*a) und Tanne (11 m3/ha*a) wurden stark genutzt. Dies liegt v.a. an den hohen Hektarvorräten und hohen Zuwächsen dieser Baumarten. Zudem führten die Stürme der vergangenen Jahre gerade bei Fichte zu hohen Nutzungen.
Entsprechend der forstpolitischen Zielsetzung und im Rahmen waldbaulicher Programme, wie z.B. Totholzprogramme, werden einzelne starke, alte Bäume als Habitatbäume oder zukünftige Totholzbäume im Wald belassen. Diese forstliche Maßnahme ist mit ein Grund für die Vorratserhöhung in den hohen Durchmesserklassen, insbesondere bei den Buchen und Eichen.
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Nachhaltige Holznutzung schützt die Umwelt. Jeder Baum entzieht der Atmosphäre im Laufe seines Lebens große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid und speichert den Kohlenstoff im Holz. Die Verwendung von Holz für langlebige Holzprodukte als Bau- und Werkstoff verlängert diese Speicherwirkung. Vorteile gibt es auch bei der Holzverarbeitung: kurze Transportwege, im Vergleich zu anderen Baustoffen geringes Gewicht sowie eine energiearme Verarbeitung. Bei der energetischen Verwendung von Holz ersetzt es fossile Brennstoffe, wodurch Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Mit einer stärkeren Nutzung von deutschem Holz kann ein Beitrag zur Entlastung der Wälder in anderen Teilen der Welt, in denen nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht immer sichergestellt ist, geleistet werden. Mehr Holzverwendung aus heimischen Wäldern schafft Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum insbesondere im ländlichen Raum. Heute ist die Forst- und Holzwirtschaft ein bedeutender Sektor mit rund einer Million Arbeitsplätze und 100 Milliarden Euro Jahresumsatz. |